5 Gründe, warum Open Source IoT für Sie wichtig ist

Nina Grzybowski
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Inhalt

Wussten Sie, dass weniger als 10 % aller IoT Entwickler*innen ausschließlich auf proprietäre Softwarelösungen vertrauen? Das bedeutet im Umkehrschluss, dass mehr als 90 % aller IoT Entwickler*innen bei der Entwicklung von IoT mit Open Source Software arbeiten. In dieser 3-teiligen Blogbeitragserie stellen wir Ihnen die zentralen Eigenschaften von Open Source IoT vor, gehen auf Vor- und Nachteile ein und stellen praktische Anwendungsbeispiele vor. 

Wie in anderen Bereichen gibt es für das Internet of Things sowohl proprietäre als auch Open Source Softwarelösungen. Open Source basiert auf dem Prinzip, dass die Software, bzw. der Quellcode der Software, für alle frei zugänglich ist, sodass jede*r einzelne diese Software modifizieren, erweitern, an die eigenen Bedürfnisse anpassen und somit ganz individuell für sich nutzen kann. Solche quelloffene Softwarelösungen stellen Unternehmen vor neue Fragestellungen: Kann Software, deren Code jede*r lesen kann, sicher sein? Wie sind die Qualität und Zuverlässigkeit, wenn die Entwickler für den Code nicht bezahlt werden? Gibt es Support, wenn etwas nicht funktioniert? Welche Kosten kommen trotz freier Lizenzen auf die Unternehmen zu? Diese Fragen und mehr beantworten wir in diesem Artikel.  

Ein kurzer Überblick über Eigenschaften heutiger Open Source Software 

Wörtlich ins Deutsche übersetzt, bedeutet Open Source „Freie Quelle“. Im Kontext der Softwareentwicklung ist damit der freie Zugang zum Quellcode der Software gemeint, das deutsche Wort ist quelloffen.  Die Open Source Initiative hat 3 Merkmale festgelegt, die Open Source Software charakterisieren: 

  1. Der Quelltext der Software ist in einer für den Menschen verständlichen Sprache geschrieben. 
  1. Die Software darf von jedem genutzt, kopiert und verbreitet werden. 
  1. Die Software darf verändert und auch in diesem veränderten Zustand weitergeleitet werden. 

Bereits in den 1950er Jahren wurde Open Source Software an Universitäten genutzt. Obwohl große Softwarehersteller sich zunächst dagegenstellten, zeigte sich auch mit den Anfängen des Internets, dass die Nutzung von Open Source Softwarelösungen weiter zunimmt. Eine ähnliche Entwicklung können wir im IoT Bereich verzeichnen. Wir verraten Ihnen, warum Open Source IoT so relevant geworden ist. 

5 Gründe, warum auch Sie Open Source IoT in Betracht ziehen sollten

  1. Transparente Sicherheit. Die gesamte Entwicklungscommunity kann an der Software arbeiten. Bei beliebten Softwarepaketen können das Tausende Entwickler*innen weltweit sein. Dabei bleibt für alle Nutzer*innen transparent, wie der genaue Stand der Software ist und welche Sicherheitslücken möglicherweise noch bestehen. Natürlich ist es leicht für potenzielle Hacker*innen, diese Lücken zu entdecken und Schadsoftware zu schreiben, um sie zu auszunutzen, aber die Lücken sind meist bekannt und oft behoben, bevor sie ausgenutzt werden. Diese Transparenz wird von kommerziellen Software-Herstellern in den meisten Fällen nicht gewährleistet. Hier bleibt der Code geheim, nur die firmeninternen Entwickler*innen haben genehmigten Zugriff. Sicherheits- und Qualitätskontrollen werden von wenigen Personen vor neuen Releases durchgeführt, nicht von einer großen Community kontinuierlich. Die Hürde ist durch den geheimen Quellcode für Hacker*innen höher, aber die Wahrscheinlichkeit, eine Lücke zu finden, eben auch.
  2. Ein offenes System, das Entscheidungsfreiheit bietet. Open Source bedeutet, dass jede*r selbst an der Software Änderungen vornehmen und sie dementsprechend an die eigenen Bedürfnisse anpassen darf. Wenn man also ein neues Feature benötigt, kann man es bei Open Source Software entweder selbst dazu entwickeln oder es durch Dienstleister entwickeln lassen, die die entsprechende Programmiersprache beherrschen. Bei kommerziellen Software-Anbietern muss man dagegen versuchen, das gewünschte Feature auf die Entwicklungs-Roadmap zu bekommen, und das funktioniert nur, wenn viele andere Kunden es auch für wichtig halten.   
  3. Unabhängigkeit vom Hersteller. Was passiert, wenn der Hersteller pleite geht oder seine Software nicht mehr weiterentwickelt? Proprietäre Software kann zwar weiter genutzt werden, wird aber nach einer gewissen Zeit problematisch, weil sie keine Sicherheitsupdates mehr bekommt und keine Bugs mehr gefixt werden. Eigene Weiterentwicklung, oder die Beauftragung eines Dienstleisters, ist meistens unmöglich, weil der Quellcode geheim ist. Bei Open Source ist das Modell anders. Selbst wenn die ursprünglichen Entwickler*innen weniger oder keine Zeit mehr in das Softwarepaket stecken, kann die Community übernehmen, oder Sie selbst, oder von Ihnen beauftragte Dienstleister. Jede*r kann sich in den Code reinarbeiten, weil er offen, und bei guten Softwarepaketen auch dokumentiert, zur Verfügung steht. Wenn Sie mit einem Dienstleister nicht zufrieden sind, können Sie auch jederzeit wechseln, weil niemand das Exklusivrecht auf den Code hat.
  4. Kostengünstigere Alternative. Open Source ist nicht dasselbe wie kostenfrei. Bei proprietären Softwarelösungen zahlen Sie in fast jedem Fall Lizenzgebühren, oft pro Monat pro Nutzer oder, im IoT Bereich, pro Monat pro Endgerät. Bei Open Source Software dagegen gibt es oft Editions, für die die Hersteller keinen Support, Verfügbarkeitszusagen oder Ähnliches anbieten. Diese Community Editions sind in der Regel kostenlos, aber man bekommt eben nur die Hilfe der anderen Anwender*innen – oder eines Dienstleisters, den man selbst beauftragt. 
    Zusätzlich zur Community Edition werden häufig Professional oder Enterprise Editions angeboten, die kostenpflichtig sind. Manchmal werden bestimmte Features nur in diesen Versionen angeboten, fast immer ist hier Support mit einem SLA Teil des Angebots. Manche kommerzielle Software-Entwickler veröffentlichen ihren Quellcode, um von der Kreativität einer Community und der kontinuierlichen Qualitäts- und Sicherheitsüberprüfung dieser Community zu profitieren. Bei IoT Projekten bietet es sich oft an, mit einer kostenlosen Version zu starten, um Dinge auszuprobieren. Wenn die Lösung jedoch wächst, die Anforderungen an Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit steigen, benötigen die meisten Unternehmen zumindest die Unterstützung eines Dienstleisters, so dass dann auch Kosten entstehen. 
  5. Standards – Interoperabilität. Open Source Softwarelösungen halten sich oft an öffentlich verfügbare Standards. Ihre APIs (Schnittstellen) sind frei einsehbar und in der Regel sehr gut dokumentiert. Gerade der letzte Punkt trifft für proprietäre Software oft nicht zu. Der Datenaustausch zwischen und die Zusammenarbeit von mehreren Softwarepaketen ist im Open Source Bereich dementsprechend viel einfacher als bei proprietären Anwendungen. Schnittstellenentwicklung ist einfacher und billiger. Gleiches gilt für den Austausch einzelner Pakete und die daraus folgende Datenmigration. Gerade bei IoT Anwendungen spielt das eine große Rolle, weil sich hier der Markt und die Technik noch sehr schnell weiterentwickeln. Hier entwickeln sich Innovationen mit hoher Geschwindigkeit, und die Einbindung neuer Software sollte einfach sein. 

Wenn Sie sich für den Einsatz von Open Source Software für Ihre IoT Anwendungen interessieren, ist es wichtig, auf bestimmte Dinge zu achten, damit Sie langfristig mit den Softwarepaketen erfolgreich sind. Darum geht es im nächsten Beitrag. 

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